Voraussetzungen zur Ökumene

Versuch einer Antwort

Antwort auf eine Anfrage einer bis jetzt nicht im ökumenischen Dialog vertretenen Gemeinschaft

Um Ihnen einen Einstieg in diese Frage zu erleichtern, möchte ich ganz knapp Grundlagen aus meiner Sicht für den Ökumenischen Dialog skizzieren:

- Ökumene heißt, aus der Gewissheit zu handeln, dass wir durch den Glauben an Leben, Tod und Auferstehung Jesu Christi weit mehr gemeinsam haben, als uns trennt.

- Ökumene ist die gemeinsame Überzeugung, dass Gott uns durch Jesus Christus retten will.

- Ökumene heißt, Mitgliedern anderer Konfessionen das Christsein nicht auf Grund der Konfessionszugehörigkeit von vornherein in Frage zu stellen, da wir alle als Christen wissen, dass wir Fehler machen.

- Ökumene heißt, wo es um Lehrunterschiede geht, diese mit Verweis auf die letzte Autoriät des dreinigen Gottes nötigenfalls offen zu lassen und nicht darauf zu bestehen, sie auszudiskutieren. Dabei ist es nur menschlich, für sich selbst aus der Sicherheit zu leben, den besseren Weg zu gehen. Doch letztlich stehen wir alle vor Gott, unserem Richter und ER entscheidet. Auch der Dialog über Gegensätze ist nötig und hat seine Zeit. Er kann aber nicht am Anfang des Dialogs stehen. Wo aber nur von vornherein versucht wird, dem anderen die eigene Glaubensposition nahezubringen, ohne ihn als Gegenüber mit gleichen Rechten anzuerkennen, kann nicht von ökumenischem Dialog geredet werden. Dazu gehört auch, in aller Liebe und gegenseitiger Achtung eine Diskussion zumindest vorläufig beenden, wo sie nicht zu gemeinsam wahrgenommenen Ergebnissen führt. Denn nur, wo zuerst Gemeinsamkeit gesucht und nicht die Trenung betont wird, kann die nötige Gemeinschaft wachsen, um auch in strittigen Fragen eines Tages von einander zu lernen und Gemeinsame Wege vor dem allmächtigen Gott zu entdecken. Diese Gemeinsamkeit kann oft zuerst im Gebet beginnen.

Leider habe ich nie eine Antwort erhalten.

Jörg Beyer